Wer heute an der Petri-Kirche mit ihrem markanten Turm und dem großen blauen Zifferblatt vorbeikommt, kann sich kaum vorstellen, aus welch kleinen Anfängen Kleefeld und seine Gemeinde sich in den letzten ca. 150 Jahren entwickelt hat.
Wer heute an der Petri-Kirche mit ihrem markanten Turm und dem großen blauen Zifferblatt vorbeikommt, kann sich kaum vorstellen, aus welch kleinen Anfängen Kleefeld und seine Gemeinde sich in den letzten ca. 150 Jahren entwickelt hat.
1873 wurde von Conrad Wilhelm Hase in Kleefeld eine Kapelle gebaut. Der Name "Kapellenstraße" erinnert noch daran. Erst seit 1883 ist die Petrigemeinde eine eigenständige Gemeinde, bis dahin gehörte sie zur Gartenkirche in der Marienstraße.
1872 wurde eine "Warteschule" gegründet und schon wenige Jahre später eigens dafür ein Haus in der Kapellenstraße 7 errichtet. Es ist die heutige Kindertagesstätte, in der 80 Kinder im Alter von 3-10 Jahren betreut werden.
1927 musste die alte Kapelle dem Gemeindehaus Hölderlinstraße 1 weichen. Das Gemeindehaus wurde bis 2007 genutzt, bis neben der Kirche der Anbau entstanden war. Dann wurde das Gebäude zunächst an die "Werkstatt Süd" vermietet. Seit 2018 befindet sich darin der Bürgerverein Hölderlin Eins.
Im ursprünglichen Pfarrhaus Hölderlinstraße 3 befand sich zunächst ein Jugendzentrum; heute wird es vom Stephansstift genutzt.
Um die Jahrhundertwende entstand allmählich das "Philosophenviertel". Für die Petrikirche wurde am 19.4.1899 der Grundstein gelegt. Der Entwurf in frühgotischen Formen stammte von Baurat Eberhard Hillebrand. Stadtdirektor Heinrich Tramm stellte ein Grundstück zur Verfügung mit der Auflage, den Bau in Sandstein auszuführen. Der erste Gottesdienst wurde am 11. Mai 1902 gefeiert.
Während des 2. Weltkrieges wurden in Kleefeld einige Gebäude zerstört. Die Kirche brannte in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 durch Brandbomben aus. 1953 wurde die Kirche nach Plänen von Prof. Uvo Hölscher wieder aufgebaut. Der Innenraum wurde völlig verändert: Seitenemporen und Gewölbe wurden beseitigt, einige Fenster wurden zugemauert, vier neue Säulen und ein hölzernes Tonnengewölbe errichtet. Die Bauleitung übernahm der Architekt Fritz Becker. Am 3.10.1953 wurde die Wiedereinweihung mit Landesbischof Hanns Lilje gefeiert. 1957 baute die Firma Hillebrand eine neue Orgel. 1962 begann der Wiederaufbau des Turmes nach Plänen des Architekten Fritz Becker; er wurde am 30.6.1963 in der noch heute bestehenden Form fertiggestellt.
Am 19.4.1993 wurde der Grundstein zum Anbau an der Petrikirche gelegt. Die Architekten waren Dieter Bahlo, Jörn Köhnke und Klaus Stosberg.
Eingeweiht wurde der Anbau am 28.11.1993. Diese Räume unmittelbar neben der Kirche bieten viele Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Gemeindeaktivitäten.
Text: W.Neugebauer